Teilzeitgefängnis meiner Kindheit und Plätze, an denen die Welt in Ordnung ist
Von meinem 3. bis zu meinem 6. Lebensjahr verbrachte ich 5 Tage die Woche und damit den Großteil meiner Zeit an einem Ort, den ich heute "Teilzeitgefängnis meiner Kindheit" nenne. Es war ein Ort, an dem morgens zwischen 8 und 9 Uhr Kinder abgegeben wurden, um sie spätnachmittags gegen 17 Uhr wieder abzuholen. Das Teilzeitgefängnis meiner Kindheit bestand aus sieben Räumen unterschiedlicher Größe. Im kleinsten Raum befand sich eine Pforte, aus der heraus überwacht wurde, ob auch die richtigen Personen kommen und gehen. Von der Pforte aus hatte man Ausblick auf den Raum, in dem die Kinder nachmittags in ihren Mänteln und Jacken auf Abholung warteten. Hatte man die Schleuse passiert, kam man in einen Raum, der sich Garderobe nannte. Dort wurden Kleidungsstücke abgelegt, die man während des Aufenthalts im Teilzeitgefängnis nicht benötigte. In einem weiteren Raum wurde das Mittagessen eingenommen. Das kam jeden Tag in einem großen Behälter. Tische und Stühle wurden von den Ins...