Synästhesie

Kürzlich las ich einen Artikel über die Sängerin Beth Jeans Houghton.
Darin sagte sie, dass sie Töne sieht und Farben spürt. Der Grund für diese außergewöhnliche Wahrnehmung ist eine Kopplung der Sinne, was man Synästhesie nennt.
Das Wort Synästhesie kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so etwas wie "Zusammenempfinden", erklärt wird es als Miterregung eines Sinnesorgans bei Reizung eines anderen. Es gibt unterschiedliche Arten von Synästhesie, darunter Menschen, die Buchstaben fühlen oder Worte schmecken können.
Mich hat das fasziniert, es klingt spannend, aber auch nicht einfach, da ja alles, was nicht dem Durchschnitt entspricht, als nicht normal gesehen wird.
Gut ist es immer dann, wenn das Kind einen Namen hat und somit einsortiert werden kann. Was aber, wenn ein Kind Probleme im Matheunterricht hat, weil es Zahlen mit Buchstaben verbindet und davon so abgelenkt wird, dass es die Schulaufgaben versemmelt? Wenn der Mathelehrer das Wort Synästhesie bisher nicht gehört hat und nicht weiß, was es bedeutet, kann man sich ganz gut vorstellen, welche Meinungen über das Kind gefällt werden. Dabei ist es so, dass sich diesem Kind ein weiterer Kanal der Wahrnehmung öffnet, den wir "normalen" Menschen eben nicht offen haben.

Und glücklicherweise gibt es seit 2005 eine "Deutsche Synästhesie-Gesellschaft e.V.", an die man sich wenden kann, wenn jemand meint, dass dieses Kind "spinnt".


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