Altenheime

Kennt ihr diese Plazas in südlichen Dörfern? Ein Platz mit Platanen, umringt von Kafenions, in deren Schatten Cafe getrunken und Tavli gespielt wird? Dort versammeln sich gerne die alten Männer des Dorfes, politisieren, streiten, spielen. An solch einem Ort waren wir dieses Jahr. Im Landesinneren gelegen, die Jugend ausgewandert um Geld zu verdienen. Der kleine Hauptplatz, an dem keiner vorbeikommt, der in den Ort möchte, wurde bevölkert von acht alten Männern, die nebeneinander auf einer Bank saßen. Wir setzten uns in das Cafe gegenüber und beobachteten sie, so wie sie uns beobachteten. Sie diskutierten lautstark und gestikulierend, stritten sich, gingen auseinander und kamen wieder zusammen. Unser Spitzname für sie war "das Altenheim".
Das griechische Altenheim gefiel mir besser als die Altenheime, die ich bisher in unserer Stadt besucht habe. Bisher ...

Heute verbrachten wir seit langer Zeit wieder einmal unsere Mittagspause im wunderschönen Botanischen Garten.
Dort gibt es ein Seerosenbecken und das zieht mich magisch an.
Auf einer der Bänke, die um das Becken stehen, saß ein altes Paar. Der Mann war leicht zusammengesunken und schlummerte selig an der Schulter seiner Frau. Dieses Bild zog mich in seinen Bann und ich musste mich umdrehen. Mein Lächeln spiegelte sich auf dem Gesicht der Frau. Unser Lächeln traf sich und ihres sagte, dass sie sich ganz ruhig verhält um seinen Schlaf nicht zu stören. Es war ein warmes, freundliches Lächeln.

Auf einem Klappstuhl saß ein älterer Herr mit einer Wasserflasche. Er beobachtete wie wir uns über einen Frosch amüsierten, der zwischen zwei Seerosenblätter schlüpfte und nur seinen Kopf mit den goldenen Augen zeigte. Der Herr stand auf und sprach uns an. Unter all den Seerosen gibt es eine wirkliche Besonderheit. Er erklärte uns das Zentrale System der Wasserpflanze, die alles steuert. Heute war das System sichtbar und man konnte die Stränge sehen, die mit den Blättern verbunden waren. Er meinte, dass er diese Pflanze in Brasilien in natura gesehen hat und dass sie genau weiß, wo sie ein neues Blatt "hinschicken" kann. Und dass die Blüte über Nacht aufgegangen ist und nur einen einzigen Tag blüht. Wir hatten also Glück heute eine dieser Blüten bestaunen zu dürfen. Der Herr wirkte ein bisschen einsam und sagte, dass er jeden Tag mit dem Rad in den Garten fährt, weil er nur noch unter Schmerzen laufen kann. Im Garten setzt er sich auf einen Stuhl und nimmt auf, was ihm in seiner Wohnung fehlt. Mein letztes Stück Mandelkuchen nahm er dankbar und erfreut an.
Heute ist ein schöner Tag!




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