Kontaktabbruch - Schweigen und Verschwinden

Kürzlich fand ich ein Zitat von mir auf der Homepage der Autorin Kerstin Hau. Ihr Post dazu heißt Von Kindern und Eltern.

Sie schreibt auch zum Thema Funkstille und zeigt dort eingebettet ein Video zu einem Interview mit der Psychotherapeutin und Autorin Claudia Haarmann.

Das Buch von Frau Haarmann heißt Kontaktabbruch - Kinder und Eltern, die verstummen. Ich persönlich habe das Buch nicht gelesen und kann daher keine Empfehlung aussprechen.
Allerdings sagt Frau Haarmann im Interview etwas, das sich für mich überzeugend anhört. Sie meint, dass man von Kindern, denen Beziehung nicht mehr vorgelebt wird, keine Beziehung erwarten kann.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der sich schnell getrennt wird. Jeder hat ein Recht darauf Beziehungen zu beenden, die ihm nichts mehr bringen. Ein Kind, das in einer Familie aufgewachsen ist, in der Beziehung gelebt wird, mit allem was dazugehört, Liebe und Zärtlichkeit, sowie Auseinandersetzung und Versöhnung, wird den Kontakt zu seinen Eltern nicht abbrechen. Warum aber sollen Kinder Fähigkeiten haben, die ihre Eltern nicht haben? Ein Großteil der Kontaktabbrecher kommt aus Scheidungsfamilien. Von ihnen wird erwartet, was die Eltern nicht geschafft haben. Beziehungspflege.
Dazu passt der Spruch eines Freundes, der sagte "Kinder sind anpassungsfähig". Natürlich sind sie das. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig als Familie "auszuhalten" - egal wie diese strukturiert ist. Als Scheidungskinder, als Patchworkfamilykinder, als Kinder in Familien, in denen gehasst oder geschwiegen wird. Sie müssen überleben, das geht nur durch Anpassung. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie über sich selbst bestimmen können. Dann nehmen sie sich das gleiche Recht wie die Eltern - Schweigen, Gleichgültigkeit, Trostlosigkeit, Hass, Trennung.

Ein guter Artikel über die Reflexionen einer verlassenen Mutter erschien in der Onlineausgabe der Basler Zeitung unter dem Titel Dieses verfluchte Schweigen. Schweigen und Verschwinden - über Generationen hinweg ein gelebtes Muster. Das Verschwinden ihres ältesten Sohnes brachte die Mutter zur Therapie und zur Erkenntnis. Hut ab!

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