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Wer bin Ich in einer traumatisierten Gesellschaft?

Das ist die Frage, die ich mir selbst schon seit einiger Zeit stelle.

"Wer bin Ich in einer traumatisierten Gesellschaft?" - so lautet der Titel des neuesten Buches von Franz Ruppert.

Ich habe dieses Buch so gelesen, wie ich als Kind eine Packung Marshmallows gegessen habe. Obwohl ich irgendwann wusste, dass es mir Bauchschmerzen verursacht, konnte ich nicht aufhören, es mir reinzuziehen. Dankbar, dass ich es hinter mir hatte, stopfte ich die Marshmallowtüte - noch kauend - in den Müll. Das Buch wanderte erst einmal ganz weit weg von mir. In mein Kellerregal. Ich konnte und wollte diesmal keine persönliche Rezension darüber schreiben. Heute entdeckte ich die beiden ersten, sehr positiven (wen wunderts?) Rezensionen auf dem A-Portal.

Dieses Buch ist sehr persönlich und mutig. Herr Ruppert outet sich als traumatisiertes Kind, das selbst der vom ihm erstellten Trauma-Trias (nicht gewollt - nicht geliebt - nicht geschützt) unterliegt und als Erwachsener seine Traumata reinszenie…

Oma Schatzili, offene Räume und Sprache als Rettung

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Ich hatte mal einen englischsprachigen Freund. Der Großteil unserer Korrespondenz lief schriftlich und irgendwann erkannte ich, dass ich meine Komplexität nicht in die englische Sprache fassen konnte. Der Wortschatz, der mir zur Verfügung stand, gepaart mit allen Wörtern, die neu dazukamen und wissbegierig von mir aufgenommen wurden, steckte dennoch zu enge Grenzen, in die ich mich nicht fassen konnte. Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt, erkannte Ludwig Wittgenstein. Damals wurde mir klar, wie arm mich die englische Sprache fühlen ließ und wie reich die deutsche Sprache ist, in der ich zu Hause bin. Bereits als Grundschülerin verschlang ich jedes Buch, das mir in die Hände fiel. Die Bücher eröffneten mir unbekannte Welten und das Lernen neuer Wörter öffnete mir Türen in bis dahin verschlossene Räume. Über die Sprache lotete ich die Grenzen meiner (Innen-)Welt aus.

Dass Sprache auch offene Räume schaffen kann, erfuhr ich vor einigen Tagen, als die Urne einer ve…

Lesen Deine Kinder Deinen Blog oder Warum ich hier Seelenstriptease betreibe

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Heute erhielt ich folgende Frage einer mir bekannten Bloggerin:

Lesen Deine Kinder Deinen Blog? Bzw. könnten sie, wenn sie wollen würden?
Meine Antwort darauf:

Ein Blog ist öffentlich. Jeder kann es lesen. Wir haben jedoch noch nie über einen Post diskutiert.
Ich habe sie lediglich um ihr Einverständnis gebeten, wenn sie darin vorkamen.

Sie haben beide ganz andere Interessen als den Seelenstriptease ihrer Mutter zu verfolgen. Wie - übrigens auch - alle anderen Angehörigen. Ich schreibe das Blog auch nicht für sie. Ich schreibe für mich. Um meine eigene Entwicklung verfolgen zu können. Die Posts sind ein persönlicher Selbstausdruck. Ich mache mir dadurch ein Bild von mir selber. Ich lese die Posts immer wieder durch und spüre nach, ob sich das noch so anfühlt oder verändert hat. Manchmal bin ich über mich selbst erstaunt, was da aus mir kam. Manchmal bin ich versucht zu löschen, weil Scham aufkommt oder ein Gefühl von Schande. Dann nehme ich das als Gelegenheit, um damit zu …

Me too

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Ein großes Thema in meinem Leben ist Vertrauen.

Das große Leid in meinem Leben ist gefühlter Verrat.

Die schlimmsten Ereignisse sind die mit Menschen aus meinem innersten Kreis, von denen ich mich verraten fühle - der damit einhergehende Vertrauensverlust und der damit verbundene innere und meistens auch äußere Rückzug.

Als Kind, das sehr früh von seiner Mutter verraten und Missbrauch ausgesetzt wurde, konnte ich keine Herzensbindung zu meiner Bezugsperson entwickeln.

Die größte Sehnsucht in meinem Leben war eine wahrhaftige Verbindung, ein wahrhaftiger Austausch mit einem anderen Menschen. Dafür war ich zu wirklich (fast) allem bereit.

Vor zwei Jahren habe ich mich in einem Moment der Schwäche und Verzweiflung von einem Menschen aus meinem innersten Kreis getäuscht und verraten gefühlt. Ich war in einem Ausnahmezustand, da ich einen Tag vorher beinahe eines meiner Kinder verloren hätte. Im Krankenhaus, in das ich mein Kind fuhr, erlitt ich einen Nervenzusammenbruch. Mein Zustand war …

Zwei tollkühne Affen

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Mein Mann und ich wären gerne Musiker.

Er ein Gitarrengott und ich eine Bluesdiva. Im richtigen Leben führen wir eine kleine Werbeagentur, in der Fantasie geben wir manchmal bombastische Konzerte.

So kann es passieren, dass an einem Samstagmorgen, wenn der lang ersehnte Regen draußen die Natur aufatmen lässt, auch unsere sonnenverbrannten Gemüter unter diesem Geräusch zum Leben erweckt werden.
Der CD-Player spielt Chris Rea, die Hände meines Mannes verlassen die Laptoptasten um Luftgitarre zu spielen und mein Kugelschreiber wird zum Schlagzeugschlegel. Unsere Köpfe nicken im Takt, die Augen geschlossen - wir befinden uns in einer verr(a)uchten New Orleans Spelunke und spielen den Blues. So hartgesotten, dass wir morgens bereits mit Whiskey unsere Reibeisenstimmen ölen, sind wir nun doch nicht. Es reicht aber immerhin, um unseren Kaffee schwarz zu trinken. Unsere Füße, die Stricksocken werden zu Bikerboots, stampfen auf den Fliesenboden der Küche und wollen die Tassen zum Tanzen bringe…

Heimweh

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Den größten Teil meines Lebens fühlte ich mich desorientiert und suchte nach meinem Platz.

Ich traf Menschen, die dachten, dass sie als Kinder im Krankenhaus vertauscht wurden. Weil sie sich so fremd in ihrer Familie fühlten. Mir war die Menschheit fremd. Ich musste da ein Spiel mitspielen, dessen Spielregeln man mir vergessen hatte mitzugeben. Für nichts fand sich eine Gebrauchsanweisung. Und das, was man mich lehrte, fühlte sich falsch an.

Heute weiß ich, dass man mich bereits sehr früh mir selbst entfremdet hat. Heute weiß ich aber auch, dass alles zwei Seiten hat. Entfremdung und Desorientierung stehen auf der einen Seite, was steht auf der anderen?

Meine Erziehung und die Suche nach Orientierung führten mich in eine Art Autoritätsgläubigkeit. Einer muss doch wissen, wie das alles hier funktioniert. Ich neigte zur Glorifizierung und wurde dementsprechend enttäuscht. Es dauerte wirklich eine ganze (lange) Weile, bis ich herausfand, dass viele Leute die Theorie beherrschen, aber n…

Weisheit

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Gestern war ich klug
und wollte die Welt verändern.
Heute bin ich weise
und möchte mich verändern.