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Zwei tollkühne Affen

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Mein Mann und ich wären gerne Musiker.

Er ein Gitarrengott und ich eine Bluesdiva. Im richtigen Leben führen wir eine kleine Werbeagentur, in der Fantasie geben wir manchmal bombastische Konzerte.

So kann es passieren, dass an einem Samstagmorgen, wenn der lang ersehnte Regen draußen die Natur aufatmen lässt, auch unsere sonnenverbrannten Gemüter unter diesem Geräusch zum Leben erweckt werden.
Der CD-Player spielt Chris Rea, die Hände meines Mannes verlassen die Laptoptasten um Luftgitarre zu spielen und mein Kugelschreiber wird zum Schlagzeugschlegel. Unsere Köpfe nicken im Takt, die Augen geschlossen - wir befinden uns in einer verr(a)uchten New Orleans Spelunke und spielen den Blues. So hartgesotten, dass wir morgens bereits mit Whiskey unsere Reibeisenstimmen ölen, sind wir nun doch nicht. Es reicht aber immerhin, um unseren Kaffee schwarz zu trinken. Unsere Füße, die Stricksocken werden zu Bikerboots, stampfen auf den Fliesenboden der Küche und wollen die Tassen zum Tanzen bringe…

Heimweh

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Den größten Teil meines Lebens fühlte ich mich desorientiert und suchte nach meinem Platz.

Ich traf Menschen, die dachten, dass sie als Kinder im Krankenhaus vertauscht wurden. Weil sie sich so fremd in ihrer Familie fühlten. Mir war die Menschheit fremd. Ich musste da ein Spiel mitspielen, dessen Spielregeln man mir vergessen hatte mitzugeben. Für nichts fand sich eine Gebrauchsanweisung. Und das, was man mich lehrte, fühlte sich falsch an.

Heute weiß ich, dass man mich bereits sehr früh mir selbst entfremdet hat. Heute weiß ich aber auch, dass alles zwei Seiten hat. Entfremdung und Desorientierung stehen auf der einen Seite, was steht auf der anderen?

Meine Erziehung und die Suche nach Orientierung führten mich in eine Art Autoritätsgläubigkeit. Einer muss doch wissen, wie das alles hier funktioniert. Ich neigte zur Glorifizierung und wurde dementsprechend enttäuscht. Es dauerte wirklich eine ganze (lange) Weile, bis ich herausfand, dass viele Leute die Theorie beherrschen, aber n…

Weisheit

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Gestern war ich klug
und wollte die Welt verändern.
Heute bin ich weise
und möchte mich verändern.

Liebe

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Infolge des allgemeinen Mangels an gegenseitiger Liebe bei den Menschen überwältigen die Starken die Schwachen, verhöhnen die Reichen die Armen, lassen die Vornehmen die Geringen ihren Übermut fühlen und betrügen die Schlauen die Dummen.
Führen wir alles Elend, alle Übergriffe, alle Unzufriedenheit und allen Hass in der Welt auf ihren Ursprung zurück, so entspringen sie alle aus dem Mangel an gegenseitiger Liebe.

Dalai Lama

Ich wünsche euch allen einen Reichtum an Liebe, für 2018 und für euer ganzes Leben. Liebe ist das Einzige, was sich nicht verändert in dieser sich rasant wandelnden Welt. Und sie ist das Einzige, was wirklich zählt. Möge die Liebe mit euch sein.


Auf ein Neues!

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You want it darker

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Meine Freundin J. wohnt auf dem Land.

Wenn ich zu ihr fahre, führt mich die Straße durch eine ziemlich romantische Gegend. Vorbei an Mühlen, die teilweise noch in Betrieb sind, entlang an Wäldern und Wiesen. Im Sommer öffne ich spätestens hier die Autofenster, um den starken Duft von Wiese und Heu einzuatmen. Ich liebe diesen Geruch nach Sommer und er begleitet mich schon lange. Er ist so vertraut und weckt Sehnsüchte.

Als ich zwanzig war, überraschte er mich, als ich gerade den Flur eines Krankenhauses entlangeilte. Durch ein geöffnetes Fenster drang dieser unwiderstehliche Duft nach frisch gemähtem Gras. Mich überfiel, wie so oft, der Hunger nach Leben und ich kündigte postwendend meinen Job, um in den Süden zu reisen.

Vor knapp zehn Jahren saß ich auf der japanischen Insel Okinawa im Fond eines Wagens. Es war März und die Temperaturen auf Okinawa zeigten Frühling. Durch das leicht geöffnete Fenster erreichte mich der Geruch, der wohl überall gleich duftet - frisch gemähtes Gras - u…

Starke Frauen II: Über das Scheitern oder "There is something missing"

Letzte Woche las ich einen Blogpost über Franziska von Hardenberg.
Sie hat 2012 ein Start-Up Unternehmen gegründet, das Bloomy Days hieß und ein Online-Blumenversand war. Sogar die Bundeskanzlerin persönlich besuchte das Unternehmen. Bloomy Days florierte. Der Start wurde mit Crowdfunding finanziert, später mit Fremdkapital von Investoren. Als die letzte Finanzierungsrunde platzte, kurz bevor das Unternehmen profitabel wurde, meldete Franziska von Hardenberg Insolvenz an. Sie war zu dieser Zeit schwanger und erlitt eine Frühgeburt.

Ihre Worte im Interview zum Scheitern:
Was war denn deine größte Sorge, bevor du den Brief veröffentlicht hast?

Meine größte Sorge war wahrscheinlich der public failure. Wir haben in Deutschland einfach keine Kultur des Scheiterns.

Wahrscheinlich hatte ich Sorge, öffentlich hingerichtet zu werden. Dafür, dass ich es nicht geschafft hatte. Aber genau das Gegenteil trat ein.Hat dein Selbstbewusstsein unter dem Scheitern deiner Firma gelitten?

Es klingt viellei…