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Posts mit dem Label "verlassene Eltern" werden angezeigt.

Schlag ins Gesicht

Vor 9 Jahren wurde offensichtlich, dass meine Mutter und ich uns nichts mehr zu sagen hatten. Ich hörte auf, jede Woche meinen sonntäglichen Pflichtanruf bei ihr zu tätigen und ich beendete die Teilnahme an ihren Audienzen, die sie zwischen ihren vielfältigen Reisen hielt. Auch sie meldete sich nicht mehr bei mir. Der Kontaktabbruch war jedoch nicht so weit fortgeschritten, dass wir uns nicht auf Familienfeiern begegnet wären. Die letzte Feier, an der auch ich teilnahm, war die Kommunion meines Patenkindes. Meine Mutter und ich wurden vorsorglich weit auseinandergesetzt. Zwischen uns stand jedoch meine Tochter. Im wahrsten Sinne des Wortes. Pflichtanrufe und Audienzeinhaltung wird nicht nur von den Kindern, sondern auch von den Enkelkindern erwartet. Meine Tochter hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie diese Anforderungen nicht pünktlich eingehalten hatte und sie versuchte, einer Diskussion aus dem Weg zu gehen. Zwischen Mittagessen und Kaffee gab es Zeit für Bewegung. Einer de...

Mein Gewissen ist rein

Mein Gewissen ist rein. Ich habe es nie benutzt. So stand es auf einer Postkarte, die mein Mann und ich in unserem letzten Urlaub in einem Shop nahe des Wiener Naschmarktes entdeckten. Ich musste lachen und mit mir lachte der Shopinhaber. Wir stöberten in den zwei Kisten mit Spruchkarten und kauften ein. Karten, in denen wir uns selbst fanden, Karten, von denen wir dachten, dass sich unsere Kinder wiederfinden und Karten für Freunde, die noch analoge Post schätzen. Die Gewissenskarte blieb liegen. Es wäre die passende Karte für meine Mutter gewesen, aber ihr schreibe ich schon lange keine Urlaubspostkarten mehr. Im Jahr 2007, da war ich 44 Jahre alt und Mutter zweier Teenager, fand ich endlich den Mut, meiner Mutter gegenüber eine Grenze aufzuzeigen. Bis dahin hatte ich nicht geschafft ihr etwas klar zu machen, was mir meine Kinder jeden Tag aufzeigten "Mama, halt dich da raus und lass mich mein Ding machen." Die Auseinandersetzung entzündete sich an einer Banali...

BR Fernsehen Frankenschau: Verlassene Eltern - Wenn Kinder den Kontakt abbrechen

Am 2. Oktober 2016 strahlte der BR in der Frankenschau eine kurze Reportage zum Thema "Verlassene Eltern - Wenn Kinder den Kontakt abbrechen aus". Zu Wort kommen: eine verlassene Mutter eine Heilpädagogin des Trauernetz-Consolare e.V. eine verlassende Tochter ein Therapeut Das Video ist zu sehen unter " Verlassene Eltern ", allerdings ist in dieser Fassung der Studiogast Prof. Franz Ruppert nicht dabei. Wer seine therapeutische Unterlegung nicht verpassen möchte, müsste sich das Video, eingebettet in die ganze Sendung, unter " Frankenschau " ansehen (Beitrag beginnt bei 8 Minuten) oder den Video " Expertengespräch - Verlassene Eltern " anklicken. Der BR war der Sender meiner Wahl, als ich zu Beginn dieses Jahres von verschiedenen Fernsehformaten für einen Beitrag angeschrieben wurde. Es kostete mich Überwindung und Mut einen weiteren Schritt an die Öffentlichkeit mit diesem Thema zu wagen (Danke an das großartige BR-Team!). Nun hatte i...

Kontaktabbruch

Ich habe auf meinem Blog viele Aufrufe zum Thema Kontaktabbruch zwischen verlassenen Eltern und verlassenden Kindern. Das sind die Themen, mit denen ich mein Blog startete. Auch wenn ich heute nicht mehr so viel in Foren und Blogs unterwegs bin, die sich mit diesen Themen befassen, sondern mir gerne zwischendurch schöne Bilder auf Lifestyleblogs anschaue, ist dieses Thema doch eines meiner großen Lebensthemen. Es gibt viele Gründe warum Leute schreiben. So langsam gestehe ich mir ein, dass mein Schreiben unter "Therapeutisches Schreiben" fällt. Warum nicht? Auch ich erfülle Klischees. Mein therapeutisches Geschreibsel sammel ich auf einer Homepage, wo ich immer wieder versuche das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und Beiträge zu Themengebieten zusammen zu fassen - Struktur in mein Blogmischmasch hineinzubringen. Es ist viel Aufwand und ich mache es gerne. Weil ich selbst so viele Hilfestellungen und Aha-Erlebnisse durch den Aufwand anderer Menschen erlebt habe, die ...

Brief einer Mutter an ihren Sohn

Lieber Sohn, heute Morgen wurde mir klar, warum T. und seine Geschichte in meinem Leben sind. Es geht um Verrat. Verrat spielte eine große Rolle in meinem Leben. Ich wurde verraten und ich habe verraten. Deswegen kann ich Verrat erkennen. Andere würden Begebenheiten anders benennen, aber ich spüre das Gefühl, das mit Verrat einhergeht. Eine tiefe Gekränktheit, hervorgerufen durch einen Angriff auf die Integrität und die Würde eines Menschen. Und mir wurde klar, dass der Verrat genau so gesehen werden möchte wie alle anderen Dinge auch. Wir versuchen das, was wir an Unheil angerichtet haben zu vertuschen, schön zu reden, zu verneinen, zu rechtfertigen. Das würden wir mit Dingen, die heilsam sind, nicht tun. Die Stärken werden beachtet, die Schwächen nicht. Und deswegen möchte ich meinen Verrat an dir ansehen. Das kann ich tun, da mein Gefühl zu dieser Zeit ähnlich dem deinigen war. Ich habe mich verraten gefühlt. Was meine Aktion für dich bedeutet hat, kannst nur du...

Band ums Herz

In meinem Blog gibt es einige Beiträge zum Thema "Verlassene Eltern, verlassene Kinder". Auch ich bin ein verlassenes Kind, das seine Mutter verlassen hat. Ich schreibe hier über diese Themen, da ich betroffen bin. Ich will verstehen. Um eine klarere Sichtweise zu bekommen, musste ich mich distanzieren. Zu nahe am Projekt verschwimmen die Dinge. Die letzten Jahre widmete ich der Aufarbeitung meiner Gefühle, meiner Geschichte. Da ich erkannt habe, welches Ausmaß dieses Thema in unserer Gesellschaft angenommen hat, versuche ich heute über meinen eigenen Tellerrand hinaus zu verstehen. Lese in Foren, in Blogs, in Büchern und treffe Leute, die hin-und hergerissen sind zwischen der Entscheidung, loyal zu ihren Eltern zu stehen und sie weiterhin emotional in einer Scheinwelt zu halten, mit dem Risiko selber daran zu zerbrechen. Oder den Schritt zu wagen die Beziehung, die ihnen nicht gut tut, abzubrechen, um zu heilen. Ich kann nicht behaupten, dass ich über meine eigene Geschi...

Du sollst dein Kind ehren

Der Beitrag, der in meinem Blog am häufigsten aufgerufen wird, ist der über " Verlassene Eltern ". Vor einigen Wochen war ich in einem Forum, in dem eine Teilnehmerin einen Thread mit der Überschrift "Ich wünschte ich hätte andere Eltern gehabt" eröffnete. Ein anderer Teilnehmer reagierte mit einem Schrei der Entrüstung. Was auch immer man an Problemen mit den Eltern hat, so etwas dürfe man auf gar keinen Fall äußern. Warum aber nicht äußern, wenn dieser Wunsch da ist? Meine Erfahrung ist die, dass viele meiner Generation mit den eigenen Eltern hadern und das Eingeständnis eines solchen Wunsches bietet die Möglichkeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Warum wünsche oder wünschte ich mir andere Eltern? An was hat es gefehlt und wo war es vielleicht zu viel? Diese Fragen führen oft zu den noch immer aktiven Sehnsüchten in uns, die nicht erfüllt wurden. Wir alle möchten geliebt und akzeptiert werden. In einer Leistungsgesellschaft wird das oft durch das Erbri...

Du hast mich nie gesehen!

Barbara Shers Worte in ihrem Video auf youtube "Create your new life" bewegen mich nicht nur zum Lachen, sie machen mich auch nachdenklich. Es geht um ihre Definition von Liebe. Meine freie Übersetzung: Weißt du was Liebe ist, was Liebe wirklich ist? Nicht dieses romantische Zeugs, das uns die Natur einredet. Zu lieben bedeutet in der Lage zu sein zu sehen, wirklich hinzusehen. Einen Menschen zu lieben bedeutet diese Person zu sehen. Nicht als jemanden, der dich glücklich machen könnte oder dir geben könnte, was du brauchst. Vielleicht ist es jemand, dem du nicht nahe sein kannst, vielleicht ist es jemand, der dir Schwierigkeiten macht und mit dem du nicht zusammen sein kannst, aber diese Menschen sind einzigartig und erstaunlich. Ich habe in meinem Post "Verlassene Eltern" über das gesellschaftliche Dilemma geschrieben, dass immer mehr Kinder sich von ihren Eltern abwenden, sie nicht mehr sehen wollen und diese in Schmerz, Wut, Ohnmacht und Hilflosigkeit zu...