Fastenzeit
Nach zwei Wochen Vertiefung in Kampfkunst, japanischer Alltagsherausforderungen und Medienabstinenz, sitze ich wieder am heimischen Küchentisch und lese Tageszeitung. Was macht es mit uns, wenn wir neben Fußball und Wahlergebnissen mit Artikeln konfrontiert werden, die Hass beschreiben. Gewöhnen wir uns daran? Stumpfen wir ab? Was davon überträgt sich in unseren Alltag? Ich habe einmal in meinem Leben eine richtige Fastenkur gemacht. Die erste feste Nahrung, die ich nach vierzehn Tagen zu mir nahm, war ein Apfel. Ich zelebrierte den ersten Biss und dieser Apfel war das Göttlichste, was ich jemals verspeiste. Ich widmete ihm meine ganze halbe Stunde Mittagspause und erinnere mich noch heute an dieses Gefühl. Vierzehn Tage ohne Zeitung, Zeitschrift, Internet und Facebook, haben eine ähnliche Wirkung auf mich, was Hassbeschreibungen betrifft. So wie der Apfel nach vierzehn Tagen Fasten eine Wohltat in meinem Bauch war, so hart treffen mich nach vierzehn Tagen Medienfasten Artikel wie d...