Körper Geist und Seele in Balance halten

Der Appell meines griechischen Freundes Sokrates "You have to be a good actor!" nahm die letzten Wochen durch einen nahestehenden Menschen wieder Platz ein in meinem Leben.
Die Rollen, die uns zugewiesen werden.
Die Rollen, die wir meinen spielen zu müssen.
Die Rollen, die wir spielen wollen.
Die Rolle, die wir tatsächlich in diesem Leben spielen. Oder auch nicht.
Spielen wir tatsächlich eine Rolle?

In einem Gespräch mit meinem Mann während unserer Morgenrunde in der Natur, kam zutage, dass es ja auch für diesen Spruch unterschiedliche Auslegungen gibt.

Während er für mich das Verbiegen der eigenen Persönlichkeit bedeutet, indem man die verschiedenen Rollen des Lebens perfekt zu spielen und damit zu erfüllen sucht, sieht mein Mann darin die Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit nicht zeigen zu müssen. Sich verstecken zu können hinter einem Rollenspiel.

Für mich sieht es aber so aus, als ob beide Sichtweisen dahin führen, dass man so tut als ob. Hinter beiden steht die Angst, nicht zu genügen. Erkannt zu werden als jemand, der nicht das ist, was er zu sein versucht/scheint.

Gerne würde ich Sokrates heute noch einmal in der kleinen Taverne auf einen pappsüßen Frappé treffen und ihn fragen, ob er es zu einem guten Schauspieler gebracht hat. Wohin ihn sein Lebensmotto führte. Ob es noch steht oder sich verändert hat.
Als wir uns kennenlernten, waren wir noch sehr jung, aber beide nicht mehr unversehrt. Es gab Mysterien in unserem Leben. Bei ihm war es der ältere Bruder, der die Heimatinsel mit der Fähre verließ, aber nie am Festland ankam. Und bei mir war es das Dämonenloch, das mich einsog.

Sein Appell begleitete mich durchs Leben, stellte sich für meine Person jedoch als untauglich heraus.
Damals hatte ich ihm nichts zu bieten. Würde er mich heute fragen, würde ich antworten:

I had to become a good joggler!

 


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