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Jein!

Jein! ist ein Buch der praktizierenden Psychotherapeutin Stefanie Stahl. Ich las es auf Empfehlung einer Freundin, die mit dem Wort "Jein" einschlägige Erfahrungen machte. Das Buch war für sie ein Augenöffner. Die meisten Beziehungsratgeber haben ja die Intention der Beziehungserhaltung. Anders in diesem Buch. Stefanie Stahl macht auf eine Art von Beziehung aufmerksam, die eher selten in einer zufriedenstellenden Beziehung (zumindest für einen der beiden Partner) endet, da einer der Partner eben gar keine Beziehung will. Es geht um Partnerschaften mit Bindungsängstlichen, bzw. Bindungsvermeidern. Jeder von uns hat in seinem Bekannten- oder Freundeskreis mindestens ein oder mehrere solcher Exemplare. Es sind die, die immer wieder auf Partnerschaftsplattformen unterwegs sind und nie wirklich längerfristig fündig werden. Es sind die Prinzessinnen, denen keiner gut genug ist oder die einsamen Wölfe, die ihre Freiheit brauchen. Es sind die Leute, die sagen "Ich liebe dich, ...

Wenn die Helden fehlen

In der neuesten ZEIT-Ausgabe gibt es einen Artikel von Adam S oboczynski. Wie er zugibt, ist ihm dieser Artikel aufgedrängt worden. Von einer Frau. Einer Frau, die fragt, warum sich deutsche Männer nicht um ihre Frauen prügeln. Wo in der Kölner Silvesternacht waren die deutschen Männer? Waren auf dem Platz nur deutsche Frauen, die von Männern nordafrikanischer Herkunft sexuell belästigt und ausgeraubt wurden? Nein, sie waren da. Händchenhaltend mit ihrer Liebsten standen sie auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof. Schockiert und wehrlos schauten sie dem Treiben zu. Im Artikel gibt es Bilder von lederleichtbekleideten Männern mit vielen Muskeln. Titelhelden aus Groschenromanen, die ausgedient haben. Welche moderne, emanzipierte Frau wollte noch einen Beschützer an ihrer Seite? Metrosexuell ist gefragt oder Männer mit Heinzelmännchenmützchen, die schick Jack-Wolfskin-verpackt Kinderwägen schieben und vegan kochen. Diese muskelbepackten Männer gibt es ja noch immer in unserer Gesellschaft. Al...

Ministerium für Glück und Wohlbefinden

Mal ehrlich, wer von euch weiß, dass es hier bei uns ein solches Ministerium gibt? Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen - Ministerium für Glück und Wohlbefinden. Im Mai 2012 schrieb ich einen Post über Bruttonationalglück und anscheinend war ich im Flow, denn im November 2012 passierte folgendes: Als die Kampagnenidee des „Ministeriums für Glück und Wohlbefinden“ im November 2012 in Form eines Semesterprojekts an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Mannheim entwickelt wurde, waren wir ein kleines Studententeam, das sich im Fach „Transmediale, integrierte Kommunikation“ der Aufgabe von Prof. Axel Kolaschnik widmete, eine Kampagne zu kreieren, die die Wertehaltung innerhalb unserer Gesellschaft verändert. Während unserer Recherchen sind wir zu dem Entschluss gekommen, uns ein Beispiel an dem kleinen Land Bhutan zu nehmen: Wir brauchen ein Ministerium für Glück und Wohlbefinden in Deutschland, um eine neue Bewegung und ein neues Bewusstsein ins Leben zu rufen und an...

Werde, der du sein willst

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft lag der neueste Bestseller von Robert Betz auf den Verkaufstischen "Werde, der du sein willst: Schlüssel-Gedanken für ein neues Leben". Auf dem Titelbild das obligatorische Foto des Autors. Diemal aber nicht in Denkerpose, nein, dieses Lachen zwischen den leicht nach oben gezogenen Schultern erinnert mich an einen kleinen Jungen, der sich über seinen gelungenen Streich freut und den nächsten bereits ausheckt. Robert, Robert, pass auf, dass da nicht mal einer kommt, der dir auf die Finger haut. Manche Dinge machen wirklich Spaß, aber hat dir auch mal einer gesagt, dass der Spaß nicht auf Kosten anderer gehen sollte? Meinst du wirklich, dass dein Papa jetzt stolz auf dich wäre? Fazit der Sekten Info NRW in ihrem Beitrag Robert Betz und die Transformationstherapie - eine esoterische Pseudotherapie im Fokus der Kritik Robert Betz ist ein recht erfolgreicher, aber unseriöser Anbieter auf dem esoterischen Lebenshilfemarkt. Betz propagiert ein an...

Die Internationale der Beleidigten

oder ein Spendenkonto für ein Heer an Psychologen, die den gedemütigten Kriegstreibern ans Ego geht, damit das Krieg spielen aufhört. Ein interessanter Artikel dazu erschien heute in der ZEIT ONLINE von Ulrich Ladurner .

Glücklichsein

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Lass dich fallen. Lerne Schlangen zu beobachten. Pflanze unmögliche Gärten. Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein. Mache kleine Zeichen, die "ja" sagen und verteile sie überall in deinem Haus. Werde ein Freund, eine Freundin von Freiheit und Unsicherheit. Freue dich auf Träume. Weine bei Kinofilmen, schaukle...so hoch du kannst mit deiner Schaukel bei Mondlicht. Pflege verschiedene Stimmungen, verweigere "verantwortlich zu sein", tu es aus Liebe. Glaube an Zauberei, lache eine Menge. Bade im Mondschein. Träume wild, phantasievolle Träume. Zeichne auf die Wände. Lies jeden Tag. Stell dir vor, du wärst verzaubert. Kichere mit Kindern. Höre alten Leuten zu. Spiele mit allem. Unterhalte das Kind in dir, du bist unschuldig. Baue eine Burg aus Decken, werde nass, umarme Bäume, schreibe Liebesbriefe. Joseph Beuys

Rauchermann

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In unserer ehemaligen Nachbarschaft gab es einen Mann, der immer vors Haus ging um zu rauchen. Meine Kinder nannten ihn den "Rauchermann". Dieser hier ist der Einzige, der in unserer Küche rauchen darf. Sein Tabak riecht nach Tanne, Advent, Zimt-Apfel und sogar Weihrauch haben wir für ihn geschenkt bekommen. Er kommt aus dem (bayerischen) Wald und begleitet uns schon seit 22 Jahren. Seine Haare und der Bart sind inzwischen ein bisschen zerwuselt, seine Mundhygiene lässt zu wünschen übrig, ihm fehlt ein Knopf an der Joppe und der Teller auf seinem Leierkasten leert sich immer mehr. Dieses Jahr dachten wir er hätte einen Lungenkollaps und möchte in Rente gehen. Er litt aber nur unter Kehlkopfverstopfung, die sich mit etwas Stocherei löste. Nun qualmt er uns wieder die Bude voll - der Rauchermann. Er und ich wünschen allen Lesern eine schöne Adventszeit und Frohe Weihnachten.