Die Maus in unserem Bett

Ich entspanne sehr gut beim Durchblättern von Magazinen.
Und mich wundert immer wieder, warum Frauen in so sexy Kleider gehüllt werden, um dann bei der Nachtwäsche zu verniedlichen. Ist euch das schon einmal aufgefallen?
Was Schlafanzüge betrifft, können Mutti und Tochter im Partnerlook gehen. Auch auf den Frauenoberteilen tummeln sich Einhörner in Regenbogenfarben, Comicfiguren, Bärchen, Sternenhimmel und - ja, immer wieder - Mäuse. Nachdem die Diddl-Maus ausgedient hat, muss die gute alte Micky Maus wieder herhalten.

Als ich kürzlich den "Ultimativen Guide für die Trends der neuen Saison" von "H(ager) & M(ager)" (so nennen das meine Nachbarn) anschaute, entspann sich vor meinem geistigen Auge folgende Geschichte:

Da geht eine Frau in eine Bar oder in einen Club. Wenn sie solche Stiefel trägt, ist ihr jeder, wirklich jeder Blick gewiss. Der der Männer, aber auch der einer jeder Frau. Das, was einmal im Rotlichtmilieu angesagt war, trägt Frau heute im Alltag. Wahrscheinlich eher selten als Büro-Outfit, sondern zur Abendgarderobe. Zu der Zeit, als ich im Alter der heutigen Models war, bekam Frau so etwas maximal in einem Beate-Uhse-Shop in Bahnhofsnähe (nix mit geheim online bestellen). Ich vermute, dass dieses Accessoire einem Männertraum entspringt.


Nun betritt also eine Frau mit solch heißen roten Overknees eine Bar oder einen Club und ein Mann ist dermaßen betört, dass er es wagt, diese Frau anzusprechen (in der heutigen Zeit bedeutet das Tragen solcher Stiefel ja nicht, dass Frau angesprochen werden möchte).
Die Frau könnte dazu ein Glitzerkleid tragen oder auch das, was früher einmal über Nachtwäsche getragen wurde, einen Bademantel oder Kimono.



Was auch immer sie darüber trägt, darunter trägt sie auf alle Fälle sexy Unterwäsche. Die gibt es heute in jedem Shop. In jeder Farbe, in jeder Ausführung. Gerne gepusht.

 

Es kommt zu einem heißen Flirt und sie gehen zu ihr oder zu ihm.
In meiner fiktiven Geschichte landen sie bei ihr. Trinken zur Auflockerung ein weiteres Glas Alkohol, bis sie mit verheißungsvollem Blick und einem hingehauchten "Bin gleich wieder da" im Badezimmer verschwindet. Er nippt nervös an seinem Glas und überlegt, ob er seine Schuhe ausziehen soll, was er dann aber doch lässt, weil es ihm unsexy und zu eindeutig erscheint.
Sein Blick ist erwartungsvoll auf die Badezimmertür fixiert.
Endlich kommt sie heraus und trägt das:



Wie die Geschichte ausgeht?
Es gibt wohl einige Varianten. Meine endet damit, dass er froh ist seine Schuhe angelassen zu haben. So kann er schnell eine Entschuldigung anbringen (sorry, hab grad ne Whatsapp bekommen, dass meine Mutter ins Krankenhaus musste, muss ganz schnell hin) und die Flucht ergreifen.

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