Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Der weiße Mann.
Das behauptet einer der großen schwarzen Männer des 20. Jahrhunderts. Kein geringerer als der Frauenschwarm Harry Belafonte in einem Interview.

Auf die Frage, die zu einem Block gehört, in dem gängige Klischees über Schwarze durchgegangen werden
Haben Schwarze besseren Sex als Weiße?
lautet seine Antwort
Da ich niemals Sex in Gestalt eines weißen Mannes hatte, kann ich diese Frage schwerlich beurteilen. Aber, lassen Sie mich bei Ihrer Frage, die Sie in einer frivolen und saloppen Art und Weise formulieren, doch noch einen Moment lang bleiben und sie ernst nehmen. Wenn Sie fragen, ob es beim schwarzen Mann ein Gefühl der sexuellen Überlegenheit und, wichtiger, beim weißen Mann ein Gefühl der sexuellen Unterlegenheit gibt, dann antworte ich: Dieser Punkt ist der alles entscheidende für die Analyse der fortdauernden Präsenz von Rassismus auf der ganzen Welt. Nicht nur in der Hinsicht, in der Sigmund Freud Sexualität als Triebfeder aller menschlichen Energien und Ängste gedeutet hat; sondern im konkreten sozialen Sinn. Die große Angst des weißen Mannes liegt in seiner sexuellen Unterlegenheit gegenüber dem schwarzen Mann. Diese Angst scheint unausrottbar. Sie besteht in der Annahme, dass der schwarze Mann die weiße Frau verführen oder vergewaltigen möchte, und sie liefert, in der Folge, die Begründung und Triebfeder dafür, dass der schwarze Mann kastriert und gelyncht werden darf und muss. Wie war es früher? Du durftest eine weiße Frau nicht einmal angucken, ohne gelyncht zu werden.
Rassismus ist die Angst des weißen Mannes vor der sexuellen Potenz des schwarzen Mannes?
Unerlöste Sexualität zeigt sich in unseren Handlungsweisen.
Leidet der weiße Mann (und damit die weiße Frau) an einer unerlösten Sexualität? Was sind die Gründe dafür und wie ist das Dilemma sexuelle Unterlegenheit/Überlegenheit und damit  die große Frage des Rassismus zu lösen? Besteht diese Angst per se oder gibt es einen Weg, der herausführt? Diese Fragen würde ich Harry Belafonte zu gerne stellen.

"Angst kann nie eine Wahrheit sein", las ich kürzlich.


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