Sag einfach alles ab

So stand es auf dem T-Shirt eines jungen Mannes und diese Worte fielen mir sofort ins Auge, als ich bei unserem ersten frühjährlichen Biergartenbesuch auf einer Bierbank saß und ein Radler trank.
Es war nicht der Rat eines Arztes, den ich wegen Erschöpfung hätte aufsuchen müssen oder der wohlmeinende Tipp eines Freundes, bei dem ich mich über Stress in meinem Leben beklagte.

Nein, es war der Druck auf einem quietschgrünen T-Shirt eines sehr lebendig und lebensfreudig aussehenden Jünglings, der eher danach aussah, als ob er nichts auslassen würde.
Vielleicht war dieser Widerspruch der Anlass dafür, dass mich diese Worte das ganze Jahr über begleiteten. Sie kamen mit einem durchaus positiven Ausdruck.
Es war Frühjahr, das Leben spross überall hervor und ein Event folgte dem anderen, wie auch Termine und Verpflichtungen.
Jedes Mal, wenn ich den Ansatz von Überforderung spürte, tauchten diese Worte vor meinem inneren Auge auf  "Sag einfach alles ab", sie kamen freundlich und lebensbejahend mit einem Schmunzeln und Zwinkern. Ich sagte ab, was immer sich nicht gut anfühlte und abzusagen war. Und ich merkte, dass es wenige Dinge gibt, die getan werden müssen.

Nun ist es Herbst, die Umstellung auf Winterzeit will noch nicht ganz gelingen, die Tage sind kurz und werden immer kürzer. Ich habe mich das Jahr über trainiert im Absagen und statt wochenendlicher Events gab es viele stille Momente im Garten. Nun genieße ich die ruhigen Momente mit einer wärmenden Decke und einer heißen Tasse Tee auf dem Sofa.

Das Wort "Stress" mochte ich noch nie. Zwischendurch habe ich viel zu tun und bin gut beschäftigt. Fühle ich mich nach Ruhe, dann sag ich einfach alles ab.

Probiers mal und
Sag einfach alles ab


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