Bist du richtig?

Kinder, denen das Gefühl vermittelt wird/wurde, dass sie nicht richtig sind, stammen nicht selten aus Familien, in denen die Dinge der Erwachsenen schief liefen/laufen. Sind die Älteren nicht in der Lage ihre Dinge selbst zu richten, wird die Erwartung dies zu tun nicht selten auf den Nachwuchs übertragen. Sind die Kinder dem nicht gewachsen (wann könnten Kinder das jemals sein?), wird ihnen vermittelt, das sie nicht richtig sind, weil sie die Erwachsenenangelegenheiten nicht richten können. Das Unvermögen der Eltern wird auf die Kinder übertragen, bis sie sich selbst für unvermögend halten. Die Vorwürfe über das beiderseitige Unvermögen werden hin- und hergeschoben.
Solltest du zu einem dieser Kinder gehören, das nichts richtig machen kann/konnte und deswegen nicht richtig ist, dann schau doch mal in die Geschichte deiner Eltern und Vorfahren. Lief dort alles richtig? Und wer, wenn nicht du, hätte es richten können/sollen?
Das Maß an Überschätzung, das an Kinder und ihre Fähigkeit im Richten von Erwachsenenangelegenheiten angelegt wird, wird nicht selten weitergegeben. Die Suche nach dem, der es für uns richtet, geht weiter. Das Unvermögen bleibt in der Familie. Und hier können wir nicht entscheiden, ob wir es annehmen oder nicht. Es wird uns übergeben ohne dass es unserer Einwilligung bedarf.

Wir können aber doch etwas tun.

Nämlich die Fähigkeit entwickeln unsere eigenen Angelegenheiten zu richten. Was auch immer passiert ist, welchen Murks auch immer wir selbst verzapft haben, wir können uns bemühen die Fähigkeit zu entwickeln unsere Dinge selbst zu ordnen. Das befreit uns und unsere Kinder.

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Dieser Beitrag ist Teil einer Themenzusammenfassung, die Sie auf meiner Website unter "Traumatisierte Familien" finden.

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