Du sollst...


Angeregt von ihrem Video lese ich nun Barbara Shers Buch "Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will". Sie hat dieses Buch bereits 1994 geschrieben und ich finde es äußerst aktuell.

In einer Gesellschaft, in der die Unternehmen immer größer, die Unternehmensphilosophien immer fragwürdiger und die "Entmenschlichung" immer weitreichender wird, ist es wichtig unsere ganz persönliche Ausrichtung zu finden. Das, was sie das "lost genius" nennt, unsere ursprüngliche Vision und den Mut sie zu verwirklichen.
In einer Zeit, in der kleine Bäckereien schließen müssen, da im "Backwerk" Teigrohlinge am laufenden Band, zuzüglich dem obligatorischen Kaffe "to go", erworben werden können und Snack plus Cappuchino schnell im Gehen auf der Straße verzehrt werden, in der Metzgereien schließen müssen, da sie die strengen EU-Auflagen nicht erfüllen und keine Möglichkeit zur Schlachtung mehr sehen und damit unsere typisch fränkische Gastwirtschaft mit eigener Schlachterei und selbstgebrautem Bier langsam vom Aussterben bedroht ist, freue ich mich um so mehr, wenn ich in unserer Innenstadt eine kleine Gasse entlanggehe, in der eine Halbitalienerin den Mut hat eine typische italienische "Pasticcheria" zu eröffnen, eine Mittfünzigerin den Schritt macht ihren Traum von einer "Quicheria" zu verwirklichen und der "Kaffeemann" in einem warmen Ambiente frisch gerösteten Kaffe anbietet. Diese verwirklichten Träume gilt es zu unterstützen. Und wie komme ich dahin meinen Traum, von dem ich vielleicht noch nicht einmal etwas weiß, zu verwirklichen?

Hier kann das Buch von Barbara helfen, denn sie zeigt auf, dass wir geprägt sind von dem, was sich unsere Umwelt, hauptsächlich unsere Familie, wünscht oder erträumt. Als Kinder sind wir von unseren Eltern abhängig und wir "erspüren" ihre Erwartungen, manchmal versuchen wir sogar "ihren Traum" zu leben und wundern uns, wenn wir zwar erfolgreich sind, dieser Erfolg uns aber nicht glücklich macht. Vielleicht macht er ja die Personen glücklich, deren Bild wir entsprechen, deren Traum wir verwirklichen, deren Wünsche wir erfüllen. Aber wer lebt unser Leben, wenn wir das Leben eines anderen leben?
Und bitte nicht missverstehen: Es geht hier nicht um Schuldzuweisung, sondern um Bewusstwerdung.
Auch Menschen, die sich von ihren Eltern über alles geliebt und unterstützt fühlen, sind nicht vor "Desorientierung" gefeit. Lebe ich mein Leben oder lebe ich das Leben eines anderen? Und wenn ja, wessen Leben lebe ich?
Es geht auch nicht darum irgendjemand vor den Kopf zu stoßen, es geht darum das eigene Glück zu finden und "erwachsen" zu werden, sie nennt es:
Was du wirklich tun solltest, ist all das, was dein Herz zum Singen bringt
Sie unterscheidet zwischen Liebe und Respekt. Interesse ist die ehrlichste Form von Respekt und Respekt bedeutet Differenzierung. Deswegen fällt es uns leichter, mit wildfremden Personen über unsere wahren Träume zu sprechen, als mit uns nahestehenden. Denn Liebe bedeutet Verschmelzung und Verschmelzung bedeutet Teil eines größeren Ganzen zu sein.
So können wir uns geliebt und als Teil eines größeren Ganzen fühlen, sollten jedoch nicht die Differenzierung außer Acht lassen, die eine nötige Voraussetzung ist, um das zu finden, was wir suchen. Wer bin ich und was will ich?
Unsere Träume bringen zum Ausdruck, wer wir sind. Gehen Sie also auf Spurensuche und finden Sie Ihre Träume wieder.

Beliebte Posts

Brief einer Mutter an ihren Sohn

Brief einer Tochter an ihre Mutter

Kontaktabbruch - Verlassene Eltern

Töchter narzisstischer Mütter

Kriegsenkel - Die Erben der vergessenen Generation

Esoterik I: Robert Betz - Der Mann fürs gewisse Zeitalter

Du sollst dein Kind ehren

Band ums Herz