Kob Khun

Im Jahr 1989 reiste ich mit einer Freundin nach Thailand.
An einem einsamen Strand geriet ich in eine Unterströmung und es zog mich hinaus aufs Meer. Ich wäre ertrunken, wenn mich nicht eine Welle wieder an Land getragen hätte. Die Wirbelsäulenbeschwerden, die ich seit diesem Unfall habe, werden mich ein Leben lang begleiten. Nie wieder wollte ich in dieses Land.

Letztes Jahr im Februar packte ich meinen Koffer für Thailand. Der einzige Grund, mich erneut in dieses Land zu begeben, war die Tatsache, dass sich mein Kind dort aufhält. Unser Sohn unterzieht sich einer Ausbildung zum buddhistischen Mönch und darf sechs Regenzeiten nicht nach Hause kommen. Aber wir dürfen zu ihm.

Kurz vor Abreise spielte mein komplettes System verrückt. Die Körperzellen trugen wohl noch die Erinnerung an den Überlebenskampf in sich. Alles schrie "Nein!" und ich dachte darüber nach die Reise zu stornieren.

Wir flogen. Vier Nächte verbrachten wir im Kloster und erlebten eine einzigartige, intensive Zeit. Wir sind dankbar für alles, was uns entgegengebracht wurde und wird. Für die Achtung, den Respekt, die Großherzigkeit und die Einblicke.
Wir flogen im Februar wieder. Eltern und Kind konnten sich dieses Mal wesentlich entspannter begegnen. Wir trafen auf vertraute Menschen, lernten aber auch viel Neues kennen und konnten wieder sehr positive Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Der Weg unseres Sohnes erfordert nicht nur ein Loslassen, sondern ein umfassendes Freisetzen. Das wurde mir letztes Jahr bewusst. Es ist ein Weg mit vielen Grenzerfahrungen. Ich darf vertrauen.

Auch außerhalb des Klosters verbrachten wir eine wunderschöne, faszinierende Zeit. Die Mentalität der Thailänder unterscheidet sich sehr von unserer. In ihrer Offenheit, Hilfsbereitschaft und Verspielheit erinnern sie an Kinder. Das steckt an. Mit großen Augen haben wir all die Freundlichkeit und Gelassenheit in uns aufgesogen. Uns sicher und lachend durch dieses wundervolle Land bewegt.

Von ganzem Herzen und voller Dankbarkeit verneigen wir uns vor dir, liebes Thailand.
Kob Khun 🙏

Eine sehr eindrückliche Erfahrung ist das Teilnehmen und Geben beim Almosengang der Mönche früh am Morgen.






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